TunesienNur knapp drei Flugstunden von Deutschland entfernt, lockt Tunesien mit seiner über 1.200 km langen Küste. Entdecken Sie die vielfältigen Sehenswürdigkeiten.´Das Land ist filmreif: scheinbar endlose Sandstrände, imposante Wüstenlandschaften, palmengesäumte Oasen, quirlige Souks, Moscheen und Medinas, jahrtausendealte Kultur. Auch Regisseure wählten dieses faszinierende Land als Kulisse für ihre Kinofilme. So wurde beispielsweise der „Englische Patient“ hier gedreht. Viele Völker haben in Tunesien ihre Spuren hinterlassen: Phönizier, Karthager, Römer, Türken, Araber und Franzosen. Überall im Land verteilt findet man Zeugnisse dieser unterschiedlichen Einflüsse. Die Tunesier leben auch heute noch sehr brauchtumsorientiert: Männer sind oft Steinhauer oder Schmied, Frauen widmen sich der Handarbeit. Sie weben feine Decken und schmucke Bänder. Farbenfrohe Fliesen, die in bunten Mosaiken auftauchen, Vasen, Kupfer- und Lederwaren sind typisch tunesische Handwerkskunst und beliebte Urlaubssouvenirs. Willkommen in Tunesien
Als Übergangsgebiet zwischen Mittelmeerraum und Wüste reicht Tunesien von allen afrikanischen Ländern am weitesten nach Norden, stößt andererseits im Süden aber bis in die Sanddünengebiete des saharischen Grand Erg Oriental vor. Entsprechend groß ist die landschaftliche Vielfalt:
Der gesamte Nordwesten wird vom Tell-Atlas, den Ausläufern des mächtigen, vom Atlantik quer durch den gesamten Maghreb verlaufenden Atlas-Gebirges geprägt. Die nördliche Hälfte der tunesischen Ostküste - überwiegend flach, sandig und ohne natürliche Häfen - wird von der Kulturlandschaft des Sahel eingenommen. Südlich des Berglandes und westlich des Sahel schließt sich die meist ebene, nur von wenigen Hügelketten durchzogene Zentraltunesische Steppe an, die nach Süden zu immer karger wird und schließlich auf die Senke der Chotts trifft, jener großen Salzseen, die das Land in zwei etwa gleich große Hälften teilen. Südlich der Chotts erstrecken sich längs der Küste die Djeffara-Ebene mit der vorgelagerten Insel Djerba und parallel dazu das Dahar-Bergland; im übrigen beginnt nun die Sand- und Geröllwüste der Sahara. Tunesien ist traditionell ein Land des Handels. Sowohl die Macht Karthagos als auch die der mittelalterlichen islamischen Reiche basierte nicht zuletzt auf dem internationalen Warenverkehr. Schon im 9. Jh. zogen arabische Karawanen bis tief hinein in die Sahara und weiter bis Schwarzafrika, um Sklaven, Gold, Elfenbein, Tiere und vor allem das unentbehrliche Salz zu beschaffen, brachten Schiffe Handwerksprodukte, Eisen und Pelzwaren aus den Mittelmeerländern. Der wirtschaftliche Niedergang in der späten Türkenzeit, das Ende der großen Karawanen aufgrund kolonialer Grenzziehungen und Unterwerfung der Nomadenstämme sowie die politischen Spannungen zwischen den jungen afrikanischen Staaten brachten den klassischen Fernhandel zum Erliegen, der lokale Austausch folgt aber teilweise noch immer den Gesetzen des Mittelalters. So werden viele Waren nach wie vor über die Souks umgeschlagen. Hauptstadt: Tunis
Fläche: 163.610 km² Einwohner: ca. 9,5 Mio. Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km² Amtssprache: Arabisch Staatsform: Präsidialrepublik Religion: 99 % Muslime (Staatsreligion), Minderheiten: Juden, Katholiken, Protestanten Währung: 1 Tunesischer Dinar (tD) = 1000 Millimes Netzspannung: 220 Volt / 50 Hz Zeitzone: MEZ Landesvorwahl: +216 Internet-Kennung: .tn Höchste Erhebung: Djebel Chambi (1.544 m) Längster Fluss: Medjerda (361 km) Reisemonate:
April
Mai September Oktober Allgemeine InformationenGeographieTunesien ist das nördlichste Land Afrikas. Die 163.000 qkm Tunesiens entsprechen etwa 2/3 der Fläche der alten Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt im Westen an Algerien, im Norden und Osten an das Mittelmeer und im Südosten an Libyen. Der Süden spitzt sich zu einem Dreiländereck mit Algerien und Libyen. In der Nord-Süd-Achse misst Tunesien ca. 800 km und von West nach Ost dehnt es sich bis auf 240 km aus. Entlang der algerisch-tunesischen Grenze und durch den Norden ziehen sich die Ausläufer des Atlasgebirges. Der Osten (Ausnahme ist Cap Bon) und der Süden sind nur teilweise hügelig, sonst eben. Die landwirtschaftliche Nutzbarkeit nimmt von Norden nach Süden ab (Ausnahme die Oasen), was vor allem von den verschiedenen Klimazonen, aber auch von der Bodenbeschaffenheit abhängt. Flora & FaunaDie Mittelgebirgshöhen, im nordwestlichen Bergland, werden von Kiefern- und Korkeichenwäldern bedeckt. Hier fließt auch der "Medjerda", der mit 365 km längste Fluss des Landes. Im dortigen Landeszentrum für Landwirtschaft werden Projekte moderner Bewässerungsmethoden erprobt. Stauseen speichern die ungeheuren Wassermengen in der Regenzeit und geben sie im Sommer an die Obst- und Gemüseplantagen ab. Im Nordosten von Tunesien, in der Gegend von Cap Bon, liegt ein Gebiet, in welchem Orangen, Zitronen, Mandarinen und guter Wein gedeihen. Die Vegetation wirkt südeuropäisch, also ganz bestimmt anders, als man sie sich in Afrika vorstellt. Weiter südlich wird die Vegetation aufgrund der geringen Niederschläge immer karger, aber an der Küste sieht man noch etwas vom speziellen Reichtum des Landes: Im Sahel, der Halbwüsten-Region zwischen Sousse und Sfax, stehen Millionen von Olivenbäumen. Tunesien hält im Olivenölexport einen der ersten Plätze auf der Weltrangliste. Im Landesinneren jedoch erstreckt sich bereits die Steppe. Doch auch hier wird noch Brauchbares produziert: Halfagras, ein Hartgras, das nicht nur bei Flechtarbeiten Verwendung findet, sondern auch ein begehrtes Rohmaterial für die Papierherstellung ist. Südlich von Gabes geht die Sahelzone endgültig in die Wüste über. Menschliche Ansiedlungen findet man nur noch vereinzelt. Das Leben konzentriert sich auf die Oasen und am Rande dieser grünen Palmeninseln beginnen die Sanddünen der Sahara.Palmen sind die wichtigsten Rohstofflieferanten der Oasen-Wirtschaft. Sie liefern Datteln zum Essen, Laghmi - Palmwein zum Trinken, Kerne, die sich zu Ersatzkaffee und Trockenfutter mahlen lassen, Palmwedel für Dächer und Möbel, Stämme für Dachstühle und Brückenstege sowie Fasern, aus denen Seile hergestellt werden. Im Norden fördern hohe Niederschläge und mediterranes Klima den landwirtschaftlichen Anbau, der weiter südlich und im Osten, bei zunehmend kontinentalem Klima, über grosse Olivenhaine (Le Sahel), in die zentraltunesische Steppe übergeht. Gefolgt von der Region der heissen Tage und der relativ kalten Nächte, dem Gebiet der Sahara. ZeitunterschiedEs besteht kein Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit. Währung & Geldumtausch
Währungseinheit ist der Tunesische Dinar (TND). Geldautomaten für EC-Karten sind mittlerweile, jedoch in geringer Anzahl, in Sousse, Hammamet, Monastir und auf Djerba vorhanden. Es empfiehlt sich, Reiseschecks/Bargeld in kleinen Scheinen mitzunehmen. Die gängigen Kreditkarten (Visa, Mastercard) werden in vielen Hotels und Restaurants akzeptiert. Die Kreditkarten American Express und Diners werden kaum akzeptiert. In den Banken ausserhalb der Hotels ist ein Identitätsnachweis erforderlich, um Geld wechseln zu können. Die Ein- und Ausfuhr von Tunesischen Dinars ist verboten. Fremdwährung im Gegenwert bis max. TND 1000,– dürfen ohne Deklaration ein- und ausgeführt werden. Die tunesische Währung kann nur bei der Flughafenbank gegen Vorlage der Umtauschbescheinigung zurückgewechselt werden. Es empfiehlt sich, dieWechselbelege bis zur Ausreise aufzubewahren. Politik, Staat & VerwaltungTunesien ist eine unabhängige Republik, mit Zin El Abidin BEN ALI - seit dem 7. November 1987 - als Staatsoberhaupt. Als "Vater der Nation" wird der erste Präsident, Habib Bourguiba, bezeichnet. Zum ersten Mal in der Geschichte Tunesiens vereinigte er das Volk unter einer Regierung. Im Jahre 1934 gründete er die einzige Partei des Landes, die Destour, und aktivierte 20 Jahre lang den Widerstand des tunesischen Volkes gegen die französische Fremdherrschaft. Er war mehrmals aus politischen Gründen inhaftiert und setzte im März 1956 die Unabhängigkeit Tunesiens durch. Zum größten Teil ist er für die Entwicklung dieses liberalsten und tolerantesten Landes Nordafrikas verantwortlich und erfreute sich großer Beliebtheit. Geschichtlicher ÜberblickDas Gebiet des heutigen Tunesiens war bereits ca. 500.000 Jahre vor unserer Zeit besiedelt. Ab ca. 3000 v.Chr. lebten in ganz Nordafrika Berberstämme, die als die Ureinwohner Tunesiens angesehen werden. Im 11. Jh. v.Chr. bekam diese Region mit dem Einzug der Phönizier (Punier) erstmalig weltpolitische Bedeutung. Karthago wurde gegründet und eine Grossmacht entstand. Kriege mit Griechen und Römern brachten grosse Verluste mit sich, die selbst Hannibal nach seinem legendären Feldzug über die Alpen nicht mehr ausgleichen konnte. In der Mitte des 2. Jh. v.Chr. wurde die Grossmacht Karthago im 3. punischen Krieg endgültig vernichtet. Tunesien wurde zur römischen Provinz, die im 2. und 3. Jh. n.Chr. als Kornkammer Roms ihre Glanzzeit erlangte. Sie fand jedoch ihr Ende in der Spaltung des Römischen Reiches. Vernichtung und Wiederaufbau folgten unter den Vandalen und den Byzantinern, bis im 7. Jh. die Araber eindrangen und Kairouan zu ihrer Hauptstadt machten. Im 12. Jh. wurde das Land dem marokkanischen Reich angegliedert und Tunis wurde zur Hauptstadt. Bedingt durch innere Kämpfe, durchlebte Tunesien bis ins 16. Jh. immer wieder Wohlstand und Elend. Es wurde in die spanisch-türkischen Mittelmeerkriege verwickelt und nach Ablösung der spanischen Regierung dem osmanischen Reich angegliedert. Andalusische Flüchtlinge strömten nach Tunesien und verhalfen dem Land zu neuem Glanz, der jedoch durch Angriffe Algeriens und interne Machtkämpfe Mitte des 18. Jh. wieder verblasste. Die rückständige Wirtschaft des Landes machte Kreditaufnahmen bei den sich in Europa industriell entwickelnden Ländern notwendig, wodurch Tunesien sich immer stärker verschuldete, bis es letztendlich 1881 Frankreich unterstellt wurde. 75 Jahre französischen Protektorats folgten, bis sich 1956 die unter Habib Bourgiba entwickelte Unabhängigkeitsbewegung durchsetzte, und Frankreich 1956 Tunesiens Unabhängigkeit anerkannte. Von nun an setzte er langsam aber zielstrebig Reformen europäischen Musters durch: Bodenreformen, Schulpflicht, Abschaffung der nach dem Koran erlaubten Polygamie, Gleichstellung der Frau, neue Arbeits- und Sozialgesetze. Trotz innen- und außenpolitischer Konflikte konnte sich Bourgiba halten und machte Tunesien im Laufe der Jahrzehnte zum wohl liberalsten Staat der arabischen Welt. Ende 1987 wurde Zinelabdine Ben Ali Tunesiens neuer Staatspräsident. Das Volk achtet und ehrt den neuen Präsidenten und sieht einer neuen tunesischen Glanzzeit entgegen. Flugzeug
Tunesien wird im Liniendienst regelmäßig von der Lufthansa, Tunis Air und der LTU angeflogen. Von Frankfurt nach Tunis fliegt die Lufthansa, von Berlin-Schönefeld, Hamburg, Düsseldorf, München, Wien und Zürich Air Tunis. Nach Djerba verkehren Air Tunis von Frankfurt und Zürich, LTU von Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Nach Monastir fliegen Tunis Air von Frankfurt, Düsseldorf und München, LTU von allen größeren deutschen Flughäfen, nach Tabarka von Düsseldorf.
Die Charterfluggesellschaften sind seit einigen Jahren darauf eingestellt, auch sperriges Sportgerät, etwa Surfbretter und Fahrräder, gegen eine geringe zusätzliche Gebühr zu transportieren. Das Zusatzgepäck muß bereits bei der Buchung angemeldet werden. Hingewiesen sei auch auf die sogenannten »last-minute-Angebote«, bei denen die Gesellschaften kurz vor Reisebeginn noch freie Plätze anbieten. PKW
Tunesien mit dem eigenen Fahrzeug zu erreichen ist verhältnismäßig einfach, da zwischen Tunis und Frankreich sowie Italien regelmäßige Verbindungen mit modernen Autofähren bestehen. Die Fahrt vor allem mit dem eigenen Campingfahrzeug ist die sicherlich angenehmste Art, Land und Leute auch abseits der Touristenzentren kennen zu lernen.
Fährverbindungen
Auf der Route Marseille - Tunis verkehren die Schiffe der Reederei SNCM in der Hauptsaison bis zu 4 x pro Woche sowie die tunesische Reederei CNT (Fahrzeit 24 Stunden). Von Genua nach Tunis verkehren CNT und SNCM 2-3 x pro Woche in der Hauptsaison, sonst 1 x (Fahrzeit je nach Schiffstyp 21-27 Stunden). Die kurze Route Trapani auf Sizilien-Tunis (Fahrzeit 8 Stunden) wird von der italienischen Reederei Tirrenia 1 x pro Woche bedient und ist vor allem für Touristen mit großen Fahrzeugen interessant, die dem teuren LKW-Tarif unterliegen.
SNCM Germany GmbH (zuständig auch für die CNT)
Berliner Straße 31-35 D - 65760 Eschborn Tel. +49 (0)61 96 / 429 11-13 Fax +49 (0)61 96 / 48 30 15 A. Farina GmbH (für Tirrenia) Postfach 71 01 03 D - 60528 Frankfurt am Main Tel. +49 (0)69 / 666 84 91 Fax +49 (0)69 / 666 84 77 Avimare Oerlikoner Straße 47 CH - 8057 Zürich Tel. +41 (0)1 / 311 76 50 Fax +41 (0)1 / 311 20 78 Universal Reisen Schubertring 11 A - 1010 Wien Tel. +43 (0)1 / 71 36 34 80 Fax +43 (0)1 / 13 34 07 Fährverbindungen - Tarife
Nicht einfach ist es, den günstigsten Tarif ausfindig zu machen, insbesondere wenn man ein Campingfahrzeug verschiffen will. Es bestehen sowohl Längen- und Höhengrenzen für diesen Fahrzeugtyp (5 m/2.30 m), und überdies die Vorschrift, dass es sich um serienmäßig ausgebaute Campingfahrzeuge handeln muss. Wagen, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, werden zu dem sehr teuren Frachttarif verschifft. Die Praxis hat bisher jedoch gezeigt, daß die Vorschrift bezüglich des Ausbaus recht großzügig gehandhabt wird. Achten sollte man auf die Sondertarife außerhalb der Saison.
Fährverbindungen - Abfertigung
Die Abfertigung mit dem Fahrzeug ist bei Ankunft in La Goulette, dem Hafen von Tunis, durch Sonderspuren für Touristenfahrzeuge und ein neues Terminal erheblich beschleunigt worden (nur oberflächliche Kontrolle). Bei der Einreise ist neben den üblichen Kfz-Papieren eine Kfz-Versicherung vorzuweisen. Der Auslandsschutzbrief des ADAC gilt auch für Tunesien. Eine temporäre Vollkasko-Versicherung, ist dringend zu empfehlen, da die Deckungssummen in Tunesien weit unter denen Deutschlands liegen und nicht jeder Autofahrer versichert ist.
Landverbindungen
Derzeit sind die Grenzen zu den Nachbarländern Algerien und Libyen geöffnet. Zum Besuch beider Staaten ist ein Visum erforderlich, das in Deutschland besorgt werden muss. Von einer Einreise nach Algerien ist momentan aus politischen Gründen nach wie vor abzuraten.
SehenswertesBizerte
Bizerte zeigt überwiegend das Gepräge einer provinziellen, modernen Industriestadt, besitzt aber mit seiner malerischen Altstadt, dem kilometerlangen feinen Sandstrand und der reizvollen Umgebung durchaus eine Reihe von Attraktionen.
Interessant ist die Besichtigung der älteren Stadtteile nördlich der Av. Habib Bourguiba. Dorthin gelangt man über den Straßenzug Rue el Bahri Ben Sassi/Place Slahedine Bouchoucha mit zahlreichen Marktständen, einer Markthalle und der Moschee Rebaa. Weiter links sieht man einen verzierten Brunnen (1642), dessen Inschrift in Türkisch und Arabisch die Qualität seines Wassers preist. Die Straße mündet nun am Alten Hafen, Vieux Port genannt, dem malerischsten Teil von Bizerte. Sein von alten Gebäuden - deren Silhouette leider durch zwei Neubauten stark beeinträchtigt wird - gesäumtes Becken dient heute nur noch als Fischereihafen, war aber früher über einen inzwischen verlandeten und überbauten Kanal mit dem See von Bizerte verbunden. Die Nordseite des Hafens bewachen die mächtigen Mauern der Kasbah aus dem 16. Jh. Durch ein kleines Tor neben dem Kasbah-Portal kann man auf die Mauern steigen und die Aussicht über den Hafen genießen. Von der Kasbah bzw. vom alten Hafen kann man durch die Souks zur Av. Habib Bourguiba zurückkehren. Die Souks von Bizerte sind vor allem wegen des Schmiedehandwerks bekannt, ein Erbe der hier von den Hafsiden angesiedelten Andalusier. Aufmerksamkeit verdienen auch die Große Moschee aus dem 17. Jh. mit einem Achteckminarett und etliche alte Hausportale. Douz
Das Zentrum des z. T. noch halbnomadischen Marazig-Stammes zählt heute neben Tozeur zum beliebtesten Touristenzentrum in der tunesischen Wüste. Das moderne, unscheinbare Zentrum des Ortes mit dem Marktplatz liegt unmittelbar südlich des Verkehrskreisels, auf den die von Kebili kommende Straße stößt.
Sehenswert sind die umgebenden Wohnviertel, die inmitten von Sanddünen und Palmengärten liegen und in denen sich noch etliche alte Häuser mit den charakteristischen Tonnengewölben erhalten haben. Südlich grenzt an den Ort der dichte Palmenhain an. Der Donnerstagsmarkt von Douz gehört zu den größten und farbenprächtigsten in Südtunesien; hier hat der Kamelhandel noch eine gewisse Bedeutung. Besucht wird er von Angehörigen aller Nefzaoua-Stämme, gelegentlich auch von Verwandten aus dem algerischen Souf. Die früher zahlreichen Tuareg, die sich einst mit ganzen Karawanen einfanden, sieht man allerdings nicht mehr. Die »Zone Touristique« liegt etwa 7 km außerhalb des Zentrums unmittelbar am Rande der Wüste. Zahlreiche neue Hotels sind hier im Laufe der letzten Jahre entstanden, und immer neue kommen hinzu. Hier haben auch die touristischen Attraktionen ihren Standort. Dutzende von Reisebussen entlassen am Fuße der Düne von El Hofra ihre Gäste zum obligatorischen Kamelritt, und im November und Dezember ist das Stadion Schauplatz einer farbenprächtigen Folkloredarbietung mit Kamelrennen, Tänzen, Windhundjagden auf Kaninchen, simuliertem Karawanenaufbruch, Hochzeitszug u. ä. Karthago (Carthage)
Der Villenvorort von Tunis liegt an der Stelle der einstigen Hauptstadt des karthagischen Großreiches und beherbergt zahlreiche kulturhistorisch bedeutende, optisch zumeist aber weniger beeindruckende Baureste vor allem aus römischer Zeit.
Da die Ruinen der antiken Metropole jahrhundertelang als Steinbruch für das nahe Tunis dienten und weite Teile des einstigen Stadtareals neuzeitlich überbaut sind, wirkt das heutige Karthago im Vergleich zu Dougga, Sbeitla und den anderen bedeutenden tunesischen Römerstädten auf viele Besucher eher enttäuschend. Dennoch haben sich einige bemerkenswerte Baureste erhalten, und seitdem die UNESCO 1974 eine internationale Rettungsaktion »für eine der bedeutsamsten Stätten der Menschheitsgeschichte« gestartet hat, erweitert sich das Ausgrabungsgelände stetig. Die Legende berichtet, daß Karthago 814 v. Chr. von phönizischen Siedlern unter Führung der Prinzessin Elissa (römisch: Dido) gegründet wurde. Den einheimischen Fürsten Hiarbas, der angeboten hatte, so viel Land abzutreten, wie eine Ochsenhaut umspannen könne, soll Elissa dadurch überlistet haben, daß sie die Haut in feine Streifen zerschnitt und damit das gesamte Gebiet der damaligen Halbinsel umgrenzte. Die Sage erzählt weiter, Elissa habe hernach Selbstmord begangen, um einer Heiratsforderung des Hiarbas zu entgehen. Sehr wahrscheinlich jedoch bestand hier schon viel früher ein phönizischer Handelsposten. Archäologisch ist das Alter der Stadt immerhin bis 750 v. Chr. nachgewiesen, wobei einige tiefgelegene Siedlungsschichten noch nicht erforscht werden konnten. Der Tophet (Sanctuaire Punique) war Begräbnisplatz und heiligster Ort Karthagos, wo der Sage nach Elissa gelandet sein soll. Wie diese Stätte einst aussah, ist nicht genau zu rekonstruieren, da im Laufe der Zeit immer wieder alte Gräber - anfangs Schachtgräber, dann Urnen, später Sarkophage - zugeschüttet und durch neue überbaut wurden, so daß allmählich ein kleiner Hügel entstand. Die 1922 begonnenen und bis heute nicht abgeschlossenen Ausgrabungen haben bislang zwölf Gräberschichten entdeckt, die vom 8. Jh. v. Chr. bis in die frühchristliche Zeit reichen; dabei fand man über 1500 beschriftete und mit Reliefs verzierte Stelen sowie ca. 200 Urnen, die sich heute ausnahmslos im Bardo-Museum befinden. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten Karthagos sind die Antoninus Pius-Thermen (Thermes de Antonine Pius). Die in Ruinen liegende Anlage erstreckt sich über ca. 200 m entlang des Meeres. Sie entstand zwischen 146 und 162 im Gebiet eines durch Feuer zerstörten Villenviertels nach dem Vorbild der Trajans-Thermen als größte Thermenanlage außerhalb Roms (17 850 m 2 ) und wurde ihrerseits richtungsweisend für die Bäder in der Provinz. Der äußerst aufwendig mit kostbaren Materialien ausgestattete, völlig symmetrisch um einen 20 m × 50 m großen Zentralraum angeordnete Komplex - wie überall im Imperium beliebter Treffpunkt der »feinen Kreise« - überstand die arabische Eroberung beinahe unversehrt und wurde erst durch den Beni Hilal-Einfall im 11. Jh. zerstört. Erhalten blieben große Teile des Erdgeschosses, das vor allem Heiz- und Leitungssysteme sowie Personal- und Ruheräume enthielt, wohingegen das Obergeschoß mit den eigentlichen Baderäumen und der zum Meer hinunterführenden Freitreppe nicht mehr existiert. Eine wieder aufgestellte Säule, die einst das Frigidarium trug, vermittelt mit ihrer imposanten Höhe von 20 m noch ein wenig von der einstigen Großartigkeit des in der Antike weltberühmten Bauwerks. Hammamet
Der kleine Fischerhafen, einer der beliebtesten Badeorte Tunesiens, liegt im Schatten einer malerischen Medina an einer weitgeschwungenen, landschaftlich überaus reizvollen, von zwei kilometerlangen Sandstränden gesäumten Bucht des gleichnamigen Golfes. Günstige Ausflugsmöglichkeiten (Tunis, Sousse, Kairouan) und ein vielfältiges Unterhaltungsangebot (Restaurants, Diskotheken, Nachtclubs, umfassende Sportmöglichkeiten) machen das Städtchen zum idealen Urlaubsziel für denjenigen, der touristischen »Rummel« nicht scheut. Wer allerdings Ruhe und Abgeschiedenheit bevorzugt und in Massen auftretenden Landsleuten im Ausland lieber aus dem Weg geht, wird das »Mallorca Tunesiens« wohl besser meiden.
In der Antike bestand hier die bescheidene Römersiedlung Pupput, von der nur geringe Reste erhalten sind. Bis zum 13. Jh., als eine Festung gegründet wurde, liegt dann die weitere Geschichte des Ortes im dunkeln. Das Städtchen selbst entstand wohl erst im 15. Jh., diente zeitweise als Seeräuberstützpunkt und geriet auch kurzfristig in spanische Hand, erreichte aber nie eine größere Bedeutung. In der Protektoratszeit lag hier eine kleine Garnison der französischen Fremdenlegion, dennoch blieb Hammamet von den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs fast völlig verschont. Der Aufstieg zum Touristenziel begann schon um die Wende zum 20. Jahrhundert, als französische und andere ausländische Künstler den malerischen Ort für sich entdeckten. Im Laufe der Zeit statteten u. a. Paul Klee, August Macke, Gustave Flaubert, Guy de Maupassant, André Gide und Oscar Wilde dem Hafenort einen Besuch ab. Nach dem Ersten Weltkrieg ließen sich hier wohlhabende Ausländer - überwiegend Engländer, Amerikaner und Franzosen - stattliche Villen errichten, von denen einige erhalten geblieben sind. Lange Zeit war Hammamet eine Art Geheimtip, bis ab Ende der 60er Jahre der nun auch auf Tunesien übergreifende Massentourismus einen wahren Bauboom über das Städtchen hereinbrechen ließ, der bis heute anhält. Mehr als in anderen tunesischen Orten wurde dabei allerdings auf aufgelockerte, traditionellen Vorbildern folgende und in die Landschaft integrierte Bauweise Wert gelegt, so daß Hammamet weitgehend von monströsen Betonkästen verschont blieb. Mahdia
Mahdia ist das Wirtschaftszentrum des südlichen Sahel von Sousse mit Olivenöl- und Seifenherstellung, Getreide-, Obst- und Gemüseverarbeitung sowie Seiden- und Wollweberei, vor allem aber der größte Fischereihafen des Landes: Etwa 500 Boote landen hier ca. ein Drittel des tunesischen Fangertrages an, der in einem knappen Dutzend Konservenfabriken verarbeitet wird. Nördlich der Stadt entstehen immer neue Ferienhotels - im Vergleich zu den Touristenhochburgen ist der Ort bislang jedoch kaum erschlossen. Die malerische, landschaftlich überaus reizvoll gelegene Medina mit ihren imposanten Festungsbauten und der herrliche, noch nicht überlaufene Sandstrand machen einen Besuch sehr lohnend.
Die gewaltige Torburg Skifa el Kahla (Dunkler Vorhof) entstand 1554 bei dem Wiederaufbau Mahdias nach der Zerstörung durch die Spanier auf Fundamenten des 12. Jh. Als damals einziger Landzugang der Stadt war sie dank ihrer bis 10,8 m starken Mauern und des 44 m langen Torweges uneinnehmbar. Jenseits des Tores beginnt die verwinkelte Medina, die vor allem im Bereich der Souks recht malerisch wirkt, an den Rändern aber z.T. stark verfallen ist. Der ehrwürdigste Bau der Stadt ist die Große Moschee (Mosquée Obeidite). Sie entstand 916-21 als erste fatimidische Moschee des Landes nach dem Schema der Kairouaner Sidi Oqba, um dann selbst wiederum als Vorbild für die fatimidischen Moscheen in Kairo zu dienen. Nach mehreren Umbauten wurde sie 1554 beim Abzug der Spanier weitgehend zerstört und erst im 18. Jh. durch einen provisorischen Bau ersetzt. 1960 riß man diesen ab, um zwischen 1961 und 1965 nach Originalplänen die ursprüngliche fatimidische Moschee zu rekonstruieren, die mit ihren strengen und einfachen Formen, dem monumentalen Eingangstor und dem Fehlen von Minaretten eher den Charakter einer Festung hat (nur die Vorhalle ist noch original). Das Resultat kann als durchaus gelungen bezeichnet werden. Außerhalb der Gebetsstunden kann man den 42 m x 50 m großen Hof betreten, von dem sieben Türen in den neunschiffigen Gebetssaal führen. Den höchsten Punkt der Halbinsel nimmt die mächtige Festung Bordj el Kebir (auch Bordj en Ras) ein, deren Besichtigung vor allem wegen des großartigen Blicks von den Mauern lohnt. Sie entstand Anfang des 16. Jh. als quadratischer Bau auf den Fundamenten des fatimidischen Thronfolgerpalastes, wurde 1595 von den Türken beträchtlich erweitert und in jüngster Zeit restauriert. Ein unterirdischer, heute verschütteter Gang verband die Anlage einst mit dem Hafen. Monastir
Die ruhige, 20 km südlich von Sousse auf einem felsigen Kap am Meer gelegene Provinzhauptstadt ist heute eines der beliebtesten Urlaubszentren in Tunesien. Über viele Kilometer ziehen sich die Hotelanlagen nördlich der Stadt entlang der sandigen Küste, liegen leider jedoch teilweise im Lärmpegel des ebenfalls hier angesiedelten Flughafens.
Kern von Monastir ist die großenteils ummauerte Medina, an die im Südosten die kleine Neustadt anschließt. Auf dem schmalen Streifen zwischen Medina und Meer erhebt sich das Ribat, es folgt in nordöstlicher Richtung die Uferpromenade am Strand, dem kleine Inseln vorgelagert sind. Westlich des Ribat liegt ein ausgedehnter Friedhof mit dem Bourguiba-Mausoleum, bevor außerhalb (Richtung Sousse) bei Skanes die Haupthotelzone beginnt. Eine Besichtigung von Monastir sollte bei dem zwischen Uferstraße und Medina gelegenen, ausgezeichnet erhaltenen Ribat beginnen, der herausragenden Sehenswürdigkeit der Stadt, die zusammen mit der vergleichbaren Anlage in Sousse als wohl bedeutendster Profanbau des islamischen Nordafrika bezeichnet werden kann. Die »Klosterfestung« ist allerdings weniger klar gegliedert als ihre kleinere Schwester in Sousse, da der ursprüngliche, relativ bescheidene Bau von 796/97 im 9. Jh. nach Süden sowie im 11. Jh. nach Norden hin stark erweitert wurde und außerdem zwischen dem 16. und dem 19. Jh. einige Anbauten im Norden, Osten und Westen erhielt. Noch die Franzosen nutzten das Ribat als Kaserne, 1917/18 auch als Lager für weißrussische Flüchtlinge. Restaurierungsarbeiten fanden während des Ersten Weltkrieges und sehr gründlich in den 70er Jahren statt. Man betritt den imposanten Bau an der zur Medina hin gelegenen Südwestseite und gelangt in den Innenhof, der von zweistöckigen Gebäuden mit den Wohnzellen der »Rittermönche« umgeben wird. Rechter Hand bei der Treppe befindet sich im Obergeschoß der ehemalige Gebetssaal, der noch vom ursprünglichen Bau stammt. Heute ist hier ein kleines Museum untergebracht. Die sehenswerte Sammlung islamischen Kunsthandwerks zeigt als Attraktionen Münzen aus dem 11. und 12. Jh. und herrlich gestaltete Koranhandschriften aus dem 8.-12. Jh. Hinter dem ersten Hof (Tordurchgang) folgt ein zweiter, kleinerer mit dem für Ribats einzigartigen Frauengebetssaal. Über dem Ribat erhebt sich im Osten der dreigeschossige Rundturm (Nador) von 796, der sich besteigen läßt und eine hervorragende Aussicht bietet. Chott el Djerid
Das Chott el Djerid ist das größte Salzseengebiet der Sahara, es erstreckt sich von der algerischen Grenze bis fast hinüber zum Meer über eine Entfernung von etwa 200 km quer durch das ganze Land und bedeckt zusammen mit seinen Fortsetzungen Chott el Fedjadj und Sebkhet el Hamma eine Fläche von 7700 km 2. Den größten Teil seines Randes säumen unwirtliche Trockengebiete, Wüstensteppe mit einer bis 600 m hohen Bergkette im Norden und eine Vollwüste im Süden. Die fremdartige Landschaft verleiht dem Chott einen besonderen Reiz, der es zu einem der attraktivsten Reiseziele im tunesischen Süden gemacht hat.
Das Chott el Djerid liegt auf der Höhe des Meeresspiegels in einem tertiären Grabenbruch am Südrand des Atlas und ist durch Zuflüsse aus den nördlichen Bergen entstanden, die aus dem Gestein herausgespülte Salze mit sich führen und in der heißen Chott-Senke rasch verdunsten; die Verdunstungskapazität liegt hier 25 mal höher als der Niederschlag! Entsprechend präsentiert sich der größte Teil des Chotts als schmutzig-braune Wüste salzhaltigen Schlamms, der z. T. vom Wüstensand überweht, z. T. von einem dünnen Teppich aus Salzkristallen überdeckt ist; es finden sich hier aber auch dicke, aufgebrochene, weiß-bläuliche Salzkrusten mit herrlichen Kristallformationen. Im Sommer trocknet das Chott fast völlig aus, im Winter und besonders nach den Frühjahrsregen (März-Mai) entstehen häufig größere Salzwasserlachen und - vor allem an den Rändern - metertiefe Salzsümpfe. Nie jedoch reichen die Zuflüsse aus, um das Chott aufzufüllen. Tief unter dem Salzsee befinden sich mächtige fossile Grundwasserstöcke, die an manchen Stellen als Süßwasserquellen an die Oberfläche treten und auch die angrenzenden Oasengebiete bewässern. Im Bereich der Quellen und der anschließenden Oueds finden sich besonders schöne Salzkristallformationen und auch Sandrosen. Diese Gipsausblühungen in kreuzweise geschichteten Kristallisationsplatten werden in allen südtunesischen Oasen als Souvenirs verkauft. Ein besonderes Erlebnis stellen die vor allem im Sommer bei hochstehender Sonne auftretenden Luftspiegelungen (Fata Morgana) dar. Die Durchquerung des Chotts gestaltete sich bis vor einigen Jahren abenteuerlich, da die alte, von den Franzosen angelegte Dammstraße vernachlässigt und teilweise zerstört war; nach Regenfällen konnte man sie überhaupt nicht passieren. Ende 1979 begann aber der Bau einer neuen Asphaltstrecke, die seit einigen Jahren fertiggestellt ist und auch von Pkws und Touristenbussen durchgehend befahren werden kann; die Zahl der von Reiseveranstaltern angebotenen Chott-Durchquerungen hat sich seither erheblich vergrößert. Man sollte der Versuchung widerstehen, von der Straße abzuweichen. Die weiße Oberfläche ist trügerisch. Bricht man durch die harte Kruste, hilft auch Allradantrieb nicht weiter. Sidi Bou Said
Das malerische andalusische Dorf auf dem über 100 m hohen, zum Meer hin steil abfallenden Cap Carthage zählt zu den meistbesuchten Touristenzielen des Landes und gilt als teuerste Wohngegend ganz Tunesiens.
Gegründet wurde der Ort im 9. Jh. als Ribat (Wehrkloster), der im 13. Jh. vom Sufi-Orden des Sidi Bou Said beherrscht wurde. Nach dem Intermezzo der spanischen Herrschaft (1535-74) erfolgte die Neubesiedlung durch Andalusienflüchtlinge, die sich als Korsaren betätigten und den Ordensgründer als Rais el Bhar (Herr des Meeres) zum Schutzheiligen erwählten. Ab dem 18. Jh. errichteten Angehörige der Husseiniten-Dynastie hier zahlreiche Villen und Paläste, was den Zuzug vieler Künstler zur Folge hatte. Ab der Wende zum 20. Jahrhundert wurde Sidi Bou Said dann als internationaler Künstlertreff bekannt - u. a. weilten August Macke und Paul Klee hier - und zog zahlreiche Europäer an. Der britische Bankier und Musikförderer Baron Rudolphe d’Erlanger setzte 1915 einen umfassenden Denkmalschutz durch, dem Sidi Bou Said die Erhaltung seines ursprünglichen andalusischen Charakters verdankt. Die blendend weißen kubischen Häuser mit ihren verzierten blauen Türen und Fenstergittern, die engen, winkligen Gassen, durchbrochen von Treppen, die üppigen Gärten, die herrliche landschaftliche Lage und nicht zuletzt der Ruf einer »Künstlerkolonie« haben Sidi Bou Said inzwischen zur beliebtesten Touristenattraktion in der Umgebung von Tunis gemacht; der Ort wird in der Saison tagsüber von Fremden geradezu überflutet. Sidi Bou Said gilt weiter als tunesischer Hort der klassischen maurischen Musik (Maalouf) und ist Herkunftsort der bekannten blau-weißen Vogelkäfige aus Draht und Holz. Über dem zentralen, von Souvenirgeschäften gesäumten Hauptplatz des Ortes erhebt sich das berühmte Café des Nattes, das Macke unvergänglich festgehalten hat, ein zwar auf Touristen ausgerichtetes, mit seiner originalen Einrichtung gleichwohl einzigartiges klassisches maurisches Kaffeehaus, das in der Vorhalle einer alten Zaouia untergebracht ist. Sousse
Die über 100 000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt, nach Tunis und Sfax die drittgrößte Stadt des Landes überhaupt, ist nicht nur der bedeutendste Hafen und Industriestandort des nördlichen, »alten« Sahel, sondern auch Mittelpunkt der größten tunesischen Touristenregion, die sich zwischen Port el Kantaoui und Monastir erstreckt.
Kern von Sousse ist die ca. 700 m x 500 m große, am Hang gelegene und vollständig ummauerte Medina, an deren Fuß sich der Hafen erstreckt. Nördlich von Medina und Hafen dehnt sich die Neustadt mit der zentralen Place Ferhat Hached und der Hauptstraße Av. Habib Bourguiba aus, die auf die Strandpromenade Boul. Hedi Chaker trifft. Dort beginnt die Hotelzone, die sich über ca. 10 km bis nach Port el Kantaoui zieht. Südlich der Medina schließen sich Industrie- und Lagergebiete mit dem großen Kraftwerk an. Die Besichtigung von Sousse sollte an der Place Ferhat Hached beginnen, dem zentralen Platz zwischen Neustadt und Medina, den verschiedene Cafés, Hotels, Banken und auch ein Pavillon des Fremdenverkehrsamtes säumen. In der Mitte steht eine Reiterstatue, die den Präsidenten zeigt. An der Westseite des Platzes, in Höhe des dem Hafen zugewandten Endes der kleinen Parkanlage, bildet eine breite, durch Souvenirgeschäfte inzwischen weitgehend verdeckte Lücke in der Stadtmauer den Hauptzugang zur Medina. Die heute noch 2,25 km lange steinerne Stadtmauer entstand 859 und wurde 874 und 1205 verstärkt; von den sechs Toren sind noch drei erhalten: Bab el Djedid, Bab el Gharbi und Bab el Khabli. Halblinks fällt sogleich die massiv wirkende Fassade der Großen Moschee ins Auge, deren Hof betreten werden darf. Hinter der Großen Moschee ragt der auffällige Turm des Ribat empor, Wahrzeichen einer der wichtigsten Profanbauten des Islam. Am höchsten Punkt der Altstadt liegt die Kasbah, eine imposante Festungsanlage, die im Zuge des Stadtmauerbaus von 859 an der Stelle einer byzantinischen Burg entstand und später mehrfach verstärkt wurde (874, 11. Jh., 1205). Vom ursprünglichen Bau haben sich noch der Haupteingang und vor allem der 30 m hohe, dreistöckige Turm Khalef el Fatah erhalten, einer der ältesten Turmbauten des Islam, der die Silhouette von Sousse beherrscht, allerdings nicht bestiegen werden kann. Herausragende Bedeutung erhält die Kasbah durch das im Erdgeschoß untergebrachte Museum, nach dem Bardo das bedeutendste des Landes, mit einer reichen Sammlung punischer, römischer und frühchristlicher Funde, vor allem Mosaiken aus dem 2. und 3. Jh. Tunis
Die etwa 1 Mio. Einwohner zählende, an der gleichnamigen Meeresbucht gelegene Hauptstadt des Landes ist nicht nur das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Tunesiens, sondern besitzt mit seinen Baudenkmälern, seinem Museum von Weltrang und der guterhaltenen Medina einige der überragenden Sehenswürdigkeiten des Maghreb.
Die Innenstadt von Tunis erstreckt sich zwischen der flachen, nur 1-2 m tiefen, ca. 50 km 2 großen Meeresbucht El Bahira (Lac de Tunis) im Osten und dem im Sommer fast völlig ausgetrockneten Sebkhet Sedjoumi im Westen. Historischer Kern ist die Medina (Altstadt) mit den anschließenden alten Vorstädten Bab Souika (nördlich) und Bab el Djazira (südlich), modernes Geschäftszentrum die unmittelbar östlich beginnende Neustadt, die bis zum an der Meeresbucht gelegenen Hafen- und Gewerbegebiet reicht. Die Medina von Tunis ist mit einer Ausdehnung von ca. 1500 m × 800 m die größte und zugleich neben der von Kairouan auch die besterhaltene Altstadt des Landes. Sie wurde im 9./10. Jh. von den Aghlabiden angelegt und von den Hafsiden ab dem 13. Jh. gründlich umgestaltet; u. a. zogen sie einen inneren Mauergürtel um die eigentliche Medina und einen äußeren um die Vorstädte Bab Souika und Bab el Djazira. Unter den Türken entstanden zahlreiche Neubauten, vor allem im 17. und 18. Jh. Die Franzosen ließen die Mauern bis auf einige Stadttore abreißen, beeinträchtigten die Bausubstanz ansonsten aber kaum. Nach der Unabhängigkeit wurden die Kasbah und einige verfallende Viertel, z. B. das der Juden, geschleift. Heute ist die Medina überwiegend das Wohngebiet ärmerer Leute, auch wenn umfangreiche Restaurierungsarbeiten, besonders seit 1974/75, ihr etwas von ihrem alten Glanz zurückgegeben haben. Es soll hier insgesamt ca. 700 historisch bedeutsame Bauten - darunter repräsentative Stadtpalais - geben, von denen die meisten allerdings von außen unscheinbar wirken und nicht zugänglich sind. Etwa 3 km westlich des Stadtzentrums von Tunis liegt der elegante Villenvorort Bardo, der um einen 1420 von den Hafsiden gegründeten und von den türkischen Beys vor allem im 19. Jh. ausgebauten Palastbezirk entstand. Der ehemalige Harem der Bey-Residenz beherbergt heute das Bardo-Museum, das vor allem wegen seiner einzigartigen Sammlung römischer Mosaiken neben dem Nationalmuseum von Kairo das bedeutendste Museum Nordafrikas ist und damit zweifellos eine Sehenswürdigkeit von Weltrang. Es bietet einen hervorragenden Überblick über tunesische Geschichte und Kultur und sollte deshalb von jedem Tunesienreisenden besucht werden. Kultur & ReligionReligionCa. 90 % der tunesischen Bevölkerung gehören der vom Propheten Mohammed verkündeten Religion, dem Islam, an. Die restlichen 10 % sind andersgläubig, da in Tunesien Religionsfreiheit herrscht. Der Islam wurde erst nach anderen monotheistischen Glaubensformen wie des Judentums und Christentums zu Beginn des 7. Jh. begründet. Heute noch bilden für den Gläubigen die folgenden 5 Gebote das Fundament seines Glaubens:
Feste & FeiertageNationale Feiertage Religiösen Feiertage (Bayram) verändern sich jedes Jahr, da sie vom islamischen Mondkalender abhängig sind. Die wichtigsten religiösen Feiertage sind das Opferfest, der Beginn des Fastenmonats Ramadan und das Zuckerfest, mit dem der Ramadan endet. Während des Fastenmonats Ramadan essen Muslime erst nach Sonnenuntergang. Viele Einheimische machen zu dieser Zeit einige Tage Urlaub und fahren an die Küste. Während dieser Zeit können öffentliche Einrichtungen wie z.B. Banken, Post, Konsulate etc. nicht regelmäßig geöffnet sein. Sitten & GebräucheRamadan - der islamische Fastenmonat Die mit Abstand wichtigste Zeit des Jahres in jedem islamischen Land ist der Ramadan, die Zeit des Fastens: „Kein Tropfen Wasser soll zwischen Sonnenaufgang und -untergang die Lippen eines Gläubigen benetzen“ - so der Koran. Ausgenommen von dieser strengen Regel sind Kranke, Schwangere, Reisende, sehr alte Menschen und Kinder unter elf Jahren. Fast alle anderen - ganz gleich wie intensiv ihr Glaube ist - halten an dieser Säule des Koran fest. Nicht nur Essen und Trinken sind nicht erlaubt, sondern auch Sex und Rauchen. Wenn das dem Mondkalender folgende Fest auf einen Sommermonat fällt, in dem die Tage am längsten sind, herrscht besonders schlechte Stimmung unter den Fastenden: unkontrolliertes Verhalten, schlechter Fahrstil und jeder andere Fehler wird auf die Entbehrungen des Fastens geschoben. Provozieren Sie nicht die verständlicherweise leicht reizbaren Fastenden durch Essen und Rauchen in der Öffentlichkeit. Zeigen Sie Verständnis für nachlassende Leistungen, auch des Hotelpersonals. Die Öffnungszeiten von Banken und Büros werden eingeschränkt, Cafés (ausgenommen die Touristenlokale) bleiben tagsüber geschlossen. Kurz vor Sonnenuntergang sind die Strassen wie leergefegt. Die Moscheenlichter gehen an, der Muezzin ruft sein „Allah Akhbar“, und überall in Tunesien - scheinbar synchron geleitet von der unsichtbaren Hand Allahs- füllen sich schlagartig die Restaurants und Cafés. Länger als üblich herrscht lebhaftes Treiben in den Strassen. Nehmen Sie ein wenig Rücksicht auf die Landessitten. Abgesehen vom Strand sind knappe Textilien verpönt. Provozieren Sie nicht durch gewagte Kleidung, vor allem wenn Sie religiöse Orte besuchen (Kairouan). Bikini und Badeanzug sollten Sie wirklich nur im Pool- und Strandbereich tragen. Zu Hause gehen Sie doch sicherlich auch nicht im Bikini zum Bäcker. Sprache & SchriftAmtssprache ist Arabisch. Tunesisch, ein westarabischer Dialekt, wird als Umgangssprache gesprochen. Französisch ist wichtig für Geschäftsleute und nützlich für Touristen – es wird als Zweitsprache in den Schulen gelehrt. Englisch und Deutsch versteht man mitunter in größeren Städten und Urlaubsorten. Die offizielle, auch von den Medien verwendete Sprache, ist Hocharabisch, Umgangssprache ist ein arabischer Dialekt. In den Schulen wird Französisch als zweite Sprache gelehrt. Alle offiziellen Schriftsätze werden auf arabisch erstellt. Die arabische Schrift verläuft von rechts nach links und Zeitungen und Bücher werden von hinten nach vorne gelesen, Zahlen werden von links nach rechts geschrieben und gelesen. Das Alphabet umfasst 26 Konsonanten und 3 Vokalzeichen. Das Arabische wird auch als Konsonantenschrift bezeichnet. Mit nur einer kleinen Änderung der Aussprache und Betonung EIN PAAR WORTE ARABISCH
Traditionelle KücheSpezialitäten Wein in einem islamischen Land? Das ist die erste Überraschung. Die zweite ist, dass die Weinbautradition schon uralt ist. Die dritte, dass der Wein sogar recht gut schmeckt. Die besten tunesischen Weine sind halbtrocken und mit den unteren Mittelrängen der französischen Weine vergleichbar. Wählen Sie zwischen Rot-, Rosé- und Weißwein, um nur einige zu nennen: Andere Getränke: Feste und Feiertage Zu den wichtigsten überregionalen Feiertagen treten lokale Feste, einmal als Wallfahrt (Moussem) zum Grab eines Heiligen (Marabout), zum andern als bäuerliche Feste in Verbindung mit den Jahreszeiten (z. B. Dattelbestäubung und Olivenernte). Angeschlossen ist meist ein großer Markt; zuweilen finden auch folkloristische Darbietungen und Umzüge statt.
Staatliche Feiertage
1. Januar; Neujahr.
18. Januar; Tag der Revolution. 20. März; Tag der Unabhängigkeit. 9. April; Tag der Märtyrer. 1. Mai; Tag der Arbeit. 1. Juni; Nationalfeiertag. 2. Juni; Tag der Jugend. 25. Juli; Tag der Republik. 13. August; Tag der Frau. 7. November; Tag der Erneuerung. Religiöse Feiertage
Die islamischen Feiertage richten sich in der Regel nach dem Mondkalender und sind daher beweglich.
Beginn des Ramadan: 27. Oktober 2003. Aid es Seghir (Fastenbrechfest); die beiden letzten Tage des Fastenmonats Ramadan; 25/26. November 2003. Aid el Kebir; »großes Hammelfest« in Gedenken an das Opfer Abrahams; 12. Februar 2003. Rais el Am; Islamisches Neujahrsfest; 4. März 2003. Le Mouled; Geburtstag des Propheten; 14. Mai 2003. Familienfeste
Unter den Familienfeierlichkeiten nimmt die Hochzeit (Aars) als mehrtägiges Fest den wichtigsten Platz ein. Begleitet von Musik und Tanz werden Braut und Bräutigam in getrennten Umzügen durch das Dorf geleitet. Den Höhepunkt bildet die eigentliche Vermählung, die mit einem prächtigen Festmahl verbunden ist, das es den Familien ermöglicht, ihren sozialen Status demonstrativ zur Schau zu stellen. Kaum minder bedeutsam ist die feierliche Beschneidung (Khitan) des etwa siebenjährigen Knaben, mit der die Aufnahme in die islamische Gesellschaft vollzogen wird. Der Eingriff wird meist im Elternhaus von einem Arzt, auf dem Landzuweilen aber auch von einem »Heiligen« vorgenommen. Das Ritual endet mit der Geschenke-Überreichung an den Jungen.
Festivals
Speziell auf Touristen abgestimmt, sind die Festivals mit folkloristischen Darbietungen. Am bekanntesten sind das Festival d’Ulysse (Juli/August) auf Djerba und das Festival de Douz (Ende Dezember) in der gleichnamigen Oase. Kleinere Veranstaltungen finden auch in Nefta, Tataouine und Gabès statt.
Daten & FaktenFilmen & FotografierenEs empfiehlt sich, Filmmaterial mitzunehmen, da dieses in Europa preisgünstiger ist. Sie sollten davon absehen, Betende, Arme und Beerdigungszüge zu fotografieren. Fragen Sie unbedingt um Erlaubnis, bevor Sie Personenaufnahmen machen. Das Filmen und Fotografieren von Polizei und militärischen Anlagen ist verboten. Service & TrinkgeldTrinkgelder stellen einen Teil des Gehaltes dar. Wie in allen arabischen Ländern geht mit einem kleinem „Bakschisch“ vieles leichter. Die Zimmermädchen freuen sich über 5 Dinar die Woche, im Restaurant sind 10–15% üblich. Telefonieren & MobilfunkEs ist zwar bequem, aber immer teurer vom Hotel aus zu telefonieren. In der Regel wird eine Mindestgebühr für die ersten 3 Minuten Sprechzeit verlangt, unabhängig davon, ob Sie diese wirklich ausgenutzt haben oder nicht. Preiswerter telefonieren Sie von den sogenannten Taxiphonen. Diese Einrichtungen finden Sie fast überall. An diesen Münzfernsprechern gilt das Selbstwählsystem, und Sie zahlen den normalen Posttarif. Nachfolgend die wichtigsten Vorwahlnummern:
Mobiltelefone stellen sich automatisch auf die lokale Frequenz ein. Es erscheint im Display TT oder 60502. Ab sofort erreichen Sie jede lokale Nummer ohne die Ländervorwahl. Alle Auslandsgespräche bitte weiterhin mit Ländervorwahl anwählen. PostversandDie Laufzeit Ihrer Urlaubspost beträgt ca. 7 Tage. Briefmarken bekommen Sie entweder an den Hotelrezeptionen, Hotelbasaren oder auf der Post. TV & RadioDie Deutsche Welle empfangen Sie auf Kurzwelle (6075 Khz). Ebenfalls strahlt Radio Tunis täglich Sendungen mit Urlaubsinformationen und Nachrichten in deutsch, englisch, italienisch und französisch aus. StromversorgungDie Stromspannung beträgt wie in Deutschland 220 Volt. Bitte beachten Sie die Hinweise, die Sie evtl. in Ihrem Badezimmer finden. Taxi & VerkehrsmittelInnerhalb des Stadtgebietes fahren Sie mit Taxameter. Ab 21.00 Uhr fahren Sie zum Nachttarif plus 50% auf den normalen Fahrpreis. Lassen Sie sich ein Taxi über die Rezeption rufen, oder halten Sie ein Taxi an der Strasse an. Die Eisenbahn bietet Ihnen gute und preiswerte Reisemöglichkeiten, besonders in Nord- Südrichtung. An den Bahnhöfen kaufen Sie Ihre Fahrkarte und schon kann es losgehen. Es gibt drei verschiedene Preisklassen, wobei in der niedrigsten sehr oft auch die Kleintiere mitfahren. Eine S-Bahnverbindung finden Sie zwischen Mahdia, Monastir und Sousse, bringen Sie viel Zeit mit! Das öffentliche Verkehrsnetz ist relativ gut ausgebaut. Zwischen den einzelnen Ortschaften verkehren regelmässig Linienbusse. Wenn Sie auf Komfort verzichten, fahren Sie doch mal für ein paar hundert Millimmes in die Stadt. Bushaltestellen sind mit einem „H“ gekennzeichnet. Die Bimmelbahn verkehrt mehrmals täglich in Mahdia, Skanes, Sousse, Port el Kantaoui und Hammamet. Ideal, um ganz bequem die nähere Umgebung zu erkunden. GesundheitstippsDas Leitungswasser in Tunesien hat Trinkwasserqualität, ist aber stark gechlort. Sie können unbesorgt damit duschen und sich die Zähne putzen. Sonst erhalten Sie Mineralwasser an jeder Bar.
Meiden Sie ungeschältes, ungewaschenes Obst oder Gemüse. Sonneneinstrahlung Durchfall Hitzeerschöpfung / Kreislauf Quallenbiss Sollten Sie einen Auslandskrankenschein Ihrer Krankenversicherung haben, so ist dieser bei einem der Regionalbüros der Nationalversicherung CNSS gegen einen Behandlungsschein einzutauschen. Kostenlose Behandlung auf Krankenschein erfolgt nur in den öffentlichen Hospitälern. (Siehe auch Rückseite Ihres Krankenscheins). Privatkliniken: Zahnärzte: Diplomatische VertretungVertretung vor Ort: In Deutschland: SicherheitBitte nehmen Sie aus Sicherheitsgründen keine Wertsachen mit an den Strand, auf Märkte oder in die Altstadt und deponieren Sie sämtliche Dokumente und Geldmittel im Hotelsafe. Reisezeit Das Land wird das ganze Jahr über bereist, wobei die heißen Sommermonate (Anfang Juni bis Mitte September) aufgrund der tunesischen Schulferien und der vielen französischen Besucher als Hauptsaison gelten. Die angenehmste Reisezeit liegt jedoch zwischen Mitte April und Ende Mai sowie Mitte September bis Ende Oktober. Ungetrübten Badegenuss hat man zwischen April und Oktober. Für den Besuch der Wüstengebiete eignen sich besonders auch die Wintermonate, obwohl dann mit Regenfällen und teilweise sogar Überschwemmungen zu rechnen ist.
Mietwagen
Den Mietwagenmarkt teilen sich mehrere internationale und nationale Firmen. Aufgrund der Preisunterschiede, mehr aber noch wegen der Serviceleistungen sollte man sich vor Abschluß Angebote einholen und die Fahrzeuge begutachten. Es handelt sich vornehmlich um Modelle der Firmen Renault, Peugeot, Citroen und Fiat. Wer eine längere Tour plant, sollte unbedingt darauf zu achten, in welchen Ortschaften die Mietwagengesellschaft Niederlassungen hat, da der Tourist im Falle einer Panne den Transport des Wagens zur nächst gelegenen Zweigstelle aus eigener Tasche zahlen muß. In Südtunesien hat Avis das weitaus dichteste Netz, gefolgt von Hertz.
Mietwagen - Tarife
Die Preise sind nach Dauer gestaffelt. Bei ein- und zweitägiger Miete zahlt man einer relativ geringen Grundpreis zuzüglich eines Kilometergeldes; bei mehr als drei Tagen beinhaltet der Mietpreis eine unbegrenzte Kilometerleistung. Der Mieter muß mindestens 21 Jahre alt sein und den Führerschein länger als ein Jahr besitzen. Auf den in den Prospekten aufgeführten Mietpreis sind 17 % Steuer zu entrichten. Hinzuzurechen ist überdies eine Vollkasko- und eine Insassenversicherung. Günstiger als vor Ort ist die Reservierung des Fahrzeugs bereits bei Buchung der Reise zu Hause.
Mietwagen - Anmietung
Das Anmieten eines Fahrzeugs ist für Kreditkartenbesitzer besonders einfach, da keine Kaution hinterlegt werden muß. Die Wahl des Fahrzeugs hängt natürlich einmal vom Anspruch an die Bequemlichkeit ab, sollte sich aber auch nach der »Geländetauglichkeit« richten, sofern man Pistenfahrten plant (die vertraglich allerdings meist verboten sind). Vor Abfahrt kontrolliere man Ersatzreifen und Wagenheber und prüfe, ob sich mit dem Radschlüssel die Radmuttern öffnen lassen.
Gemietet werden können in den Touristenzentren auch Mofas und Fahrräder. In den großen Badeorten (Sousse, Hammamet, Djerba) werden auch Geländemotorräder zu allerdings sehr hohen Preisen angeboten. Geländewagen kann man nur mit Fahrer mieten. Flugzeug
Aufgrund der geringen Entfernungen spielt der Inlandflugverkehr eine untergeordnete Rolle. Für den Touristen am wichtigsten dürften die Verbindungen Tunis-Djerba und Tunis-Tozeur sein.
Bahn
Das Streckennetz der staatlichen SNCFT umfaßt etwa 2.200 km. Die Hauptroute verläuft von Bizerte über Tunis und Sfax nach Metlaoui; Nebenstrecken von Tunis über Beja nach Ghardimaou und weiter nach Algerien, von Tunis nach Kalaat Kasbah und von Sfax nach Gabès. Auf der Hauptstrecke verkehren Schnellzüge (Direct) und Nahverkehrszüge (Omnibus). Die Preise sind sehr niedrig. Es gibt auch eine Netzkarte (Carte bleue) für ein, zwei oder drei Wochen. Für Touristen interessant, ist die zwischen Mahdia und Sousse verkehrende Schnellbahn Metro du Sahel.
Bus
Busse sind das Hauptverkehrsmittel in Tunesien. Die von Tunis ausgehenden Überlandstrecken werden vor allem von der SNTRI (Société National de Transport Rural et Interurban) bedient, die einzelnen Regionen von den Bussen der SRT (Société Régional des Transportes). In kleineren Orten nutzen beide Gesellschaften einen gemeinsamen Busbahnhof, in größeren Städten gibt es mehrere, zumeist etwas außerhalb des Zentrums gelegene Abfahrtsstellen. Es ist nicht immer einfach, herauszufinden, von welcher Station der gewünschte Bus abfährt. Hilfreich ist hier im allgemeinen das Touristenbüro.
Kleinere Gepäckstücke können Sie mit in den Innenraum nehmen, größere werden im Gepäckraum oder auf dem Dach verstaut. Auf Langstrecken werden unterwegs Pausen an einfachen Restaurants eingelegt. Louages (Sammeltaxis)
In Konkurrenz zu Bussen fahren auf den meisten Strecken, auf langen wie kurzen, auch Louages, die in abgelegenen Gebieten, vor allem im Süden, sogar den Hauptanteil am Personentransport haben. Bei den Sammeltaxis handelt es sich um Kombiwagen (vorwiegend Peugeot 404 oder 504) mit sieben Sitzplätzen in drei Reihen. Sie warten an festen Stationen, meist am Busbahnhof oder in dessen Nähe, und fahren los, wenn sich genügend Passagiere für einen bestimmten Zielort gefunden haben.
Achtung: Die am Wagen angebrachten Schilder nennen nicht den Zielort, sondern den Standort des Wagens, was identisch sein kann, aber nicht muß! Sie sind erheblich schneller als der Bus (auf Hauptrouten bis 80 km/h oder mehr) und auch komfortabler, da sie nur sechs Fahrgäste mitnehmen dürfen, was streng kontrolliert wird. Louages (Sammeltaxis) - Tarife
Ihre festen Tarife liegen etwa 20 % über dem der Busse (die meisten Fahrer sind ehrlich; sicherheitshalber sollten Sie dennoch vorher fragen). Sie müssen nicht bis zum Zielort mitfahren, sondern können früher aussteigen, auf Nebenstrecken wird man aber eventuell den vollen Fahrpreis fordern! Ebenso können Sie, falls die Platzverhältnisse es erlauben, unterwegs zusteigen.
Als Nachteil der Louages ist zu vermerken, daß es für selten angefahrene Ziele oft mehr Passagiere als Plätze gibt; um die an der Station haltenden Wagen entbrennt oft ein wahrer Kampf, bei dem es auch für Sie gilt, schnell zu sein, zu drängeln und lautstark zu fluchen. Mit längeren Wartezeiten ist dann ohnehin zu rechnen. (Umgekehrt kann es natürlich auch vorkommen, daß ein Louage länger auf Passagiere wartet.) Taxi
In jedem größeren Ort des Landes finden Sie zahlreiche Taxis, die wegen ihrer niedrigen Tarife ein überaus attraktives Nahverkehrsmittel darstellen. Zu unterscheiden sind zwei Arten:
die Taxis bébés, meist französische, italienische oder deutsche Kleinwagen dienen dem Verkehr in den Großstädten; sie dürfen nur drei Passagiere ohne größere Gepäckstücke mitnehmen und die Stadtgrenzen nicht überschreiten. Man erkennt sie an den großen Nummernschildern auf dem Dach. Sie besitzen Taxameter (gegebenenfalls auf deren Einschalten bestehen) und fahren nach festgelegten Tarifen (sehr niedrig; ab 21 Uhr 50 % Nachtzuschlag). Taxi - Grands Taxis
Die auf dem Lande häufigeren Grands Taxis (erkennbar an dem Taxischild auf dem Dach), größere Limousinen wie Peugeot 404 oder 504, gelegentlich auch Mercedes, dürfen vier Personen und größere Gepäckstücke befördern; sie fahren auch Ziele außerhalb der Ortschaften an. Auch sie besitzen im allgemeinen Taxameter. Für längere Ausflüge können Sie ein Grand taxi auch ganztägig mieten (Preis vorher aushandeln).
Taxis haben feste Standplätze (an den zentralen Punkten des jeweiligen Orts), sie halten aber auch jederzeit auf Handzeichen. Magen- und Darmverstimmung sowie Schädigung durch zu starke Sonneneinstrahlung sind die häufigsten Touristenkrankheiten. Meiden sollte man deshalb ungeschältes Obst, frischen Salat, Muscheln, Leitungswasser, eiskalte Getränke und Speiseeis. Wenn es einen dennoch erwischt, beginne man mit der Einnahme von Kohletabletten oder Metifex, trinke viel ungesüßten Tee und ruhe sich aus. Tritt nach einem Tag keine Besserung ein, kann man zu Imodium greifen. Bei blutigem Stuhl liegt eine ernsthafte Infektion vor, die eventuell eine Behandlung mit Sulfonamid (z. B. Baktrim) notwendig macht. In diesem Falle sollte man den Arzt aufsuchen. Wichtig ist ein Ausgleich der verlorenen Flüssigkeit in Verbindung mit einem Elektrolytpräparat (Elotrans).
Sonneneinstrahlung
Die starke Sonneneinstrahlung wird häufig unterschätzt, besonders, wenn eine kühle Meeresbrise weht. Die Folgen können nicht nur Sonnenbrand sein, sondern in ernsten Fällen auch Hitzschlag und Kreislaufkollaps. Zu berücksichtigen ist außerdem erhöhte Hautkrebsgefahr durch den Ozonabbau in der Atmosphäre. Wichtig ist eine Kopfbedeckung, die auch den Nacken schützt und Sonnenmilch mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Bei Fahrten in die Wüste und die Chott-Region ist eine dunkle Sonnenbrille angebracht, um Bindehautentzündungen zu vermeiden.
Klimaanlagen
Bei klimatisierten Hotelzimmern besteht die Gefahr der Erkältung durch die starken Temperaturgegensätze, denen der menschliche Organismus nicht gewachsen ist. Man sollte die Kühlung nur sehr vorsichtig dosieren und nachts abschalten.
Flüssigkeitszufuhr
Die starke Dehydrierung des Körpers durch die trockene Hitze erfordert eine erhebliche Flüssigkeitszufuhr und den Ausgleich der verlorenen Mineralstoffe durch gut gewürztes und gesalzenes Essen. Preiswertes Mineralwasser gibt es überall im Lande in großen Plastikflaschen. Vor allem bei längeren Busfahrten, Wanderungen oder organisierten Landrover-Touren sollte man nie die Wasserflasche vergessen. Zur Desinfektion von Leitungswasser eignet sich insbesondere das geschmacksneutrale Micropur, das u. a. in Tablettenform für jeweils einen Liter in deutschen Apotheken erhältlich ist.
Sandflöhe & Skorpione
Es ist angeraten, so wenig wie möglich barfuß zu laufen, um sich nicht unnötig den Sandflöhen (Tetanus) und in der Wüste den Skorpionen auszusetzen. Zu vermeiden ist auch das Baden in stehenden Gewässern und Oasenkanälen (Bilharziose, Hepatitis).
Impfvorschriften
Besondere Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Achten sollte man jedoch aufeinen noch gültigen Schutz gegen Polio und Tetanus. Zu empfehlen ist eine orale Typhusprophylaxe mit Typhoral L. Reisende, die häufiger in hygienisch etwas problematische Gebiete fahren wollen, sollten sich gegen die gefürchtete Hepatitis A durch eine dreimalige Impfung mit Havrix schützen.
An allen touristisch bedeutsamen Orten gibt es ein regionales Fremdenverkehrsbüro (Syndicat d’Initiative), in größeren Städten zusätzlich noch ein staatliches Fremdenverkehrsbüro (Office Nationale du Tourisme Tunisien). Die örtlichen Fremdenverkehrsämter haben in der Regel ein Hotelverzeichnis ausliegen und sind über die Verkehrsverbindungen gut informiert. Öffnungszeiten: werktags 9-12 und 15-17 Uhr, samstags nur am Vormittag, sonntags geschlossen. Im Sommer und während des Ramadans sind die Büros nachmittags häufig geschlossen. Auch sonst werden die Öffnungszeiten nicht immer eingehalten, so daß der Tourist nicht selten vor verschlossenen Türen steht.
Fremdenverkehrsamt Tunesien in Deutschland
Fremdenverkehrsamt Tunesien
Goetheplatz 5 D - 60313 Frankfurt am Main Tel. +49 (0)69 / 297 06 40 Fax +49 (0)69 / 297 06 63 E-Mail: fvatunesien@t-online.de Tunesisches Fremdenverkehrsamt in Österreich
Landgerichtsstraße 22
A - 1010 Wien Tel. +43 (0)1 / 408 39 60 Fax +43 (0)1 / 408 39 60 18 E-Mail: tunesien@magnet.at Tunesisches Verkehrsbüro in der Schweiz
Bahnhofstraße 69
CH - 8001 Zürich Tel. +41 (0)1 / 211 48 30 Fax +41 (0)1 / 212 13 53 E-Mail: fmani@tunisie.ch Fit für den UrlaubEinreisebestimmungenDeutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Tunesien einen noch mindestens 6 Monate gültigen Personalausweis (Individualreisende benötigen einen Reisepass) in Verbindung mit einer Einreisekarte, die Sie im Flugzeug erhalten und bis zur Ausreise aufbewahrt werden muss. Kinder müssen im Familienpass eingetragen seinbzw. einen Kinderausweis besitzen (in beiden Fällen mit Lichtbild!). Ein Visum ist nicht erforderlich. Österreichische Staatsbürger benötigen für die Einreise einen bei Einreise noch mindestens 3 Monate gültigen Reisepass. Staatsbürger anderer Nationen wenden sich bitte an ihr zuständiges Konsulat bzw. Botschaft. Das Einführen von einem Babyphone oder einem Fernglas ist in Tunesien verboten. Zollbestimmungen
Zollfrei eingeführt werden dürfen folgende Artikel für den persönlichen Gebrauch.
Im Zweifelsfall sollten Wertsachen bei der Einreise deklariert werden, um ihre Wiederausfuhr zu garantieren. Gepäckbestimmungen
Pro Person haben Sie ein Freigepäck von 20 kg, sowie ein Handgepäckstück (nicht sperrig). Die Kofferanhänger vom Hinflug lassen Sie bitte an Ihrem Gepäck, sie gelten auch für den Rückflug.
Weitere Informationen erhalten Sie beim Auswärtigen Amt. Einreise Reisende aus der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für die Einreise lediglich einen Reisepass (der bei Einreise noch mindestens vier Monate gültig sein muss), Kinder bis 16 einen Kinderausweis mit Lichtbild oder einen Eintrag im Pass der Eltern. Die maximale Aufenthaltsdauer für Deutsche beträgt vier Monate, für Österreicher und Schweizer drei Monate. Eine Verlängerung (carte de sejour) kann bei der Direktion der Nationalgarde in Tunis beantragt werden. Pauschalreisende mit festen Flugterminen und bestätigter Hotelbuchung für den gesamten Aufenthalt können auch mit dem Personalausweis einreisen. Für Fahrten mit dem Pkw genügt der nationale Führerschein.
KFZ
Bis zu einem Aufenthalt von drei Monaten genügen für die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug die internationale grüne Versicherungskarte (sie muss unbedingt für Tunesien gültig geschrieben sein) und der Kfz-Schein, außerdem muss sich am Auto ein Nationalitätenkennzeichen befinden. Der Wagen wird bei der Abfertigung in den Pass eingetragen. Ohne internationale Versicherungskarte muss man an der Grenze eine (recht teure) Haftpflichtversicherung abschließen (Büro im Hafen). In diesem Fall kann man sich allerdings unter dem Hinweis auf Risikofortfall bei seiner deutschen Versicherung später den Betrag in der Höhe gutschreiben lassen, den man in Deutschland während der Abwesenheit zu entrichten hatte, beziehungsweise den in Tunesien entrichteten Betrag, sofern dieser darunter lag. Der Abschluss eines Auslandsschutzbriefes (der Euro-Schutzbrief des ADAC ist auch für Tunesien gültig) und/oder einer Reise-Kaskoversicherung empfiehlt sich, da viele tunesische Autofahrer nicht versichert sind.
Zoll
Zollfrei eingeführt werden dürfen neben dem üblichen, persönlichen Reisebedarf 2 Fotoapparate und 1 Videokamera mit Filmen, 1 Tonband- bzw. Kassettengerät, 1 Kofferradio, 1 Laptop, 1 Fernglas, Sport- und Campingausrüstung (wozu auch ein Schlauchboot und ein Fahrrad zählen). Von Personen über 16 darüber hinaus 400 Zigaretten oder 100 Zigarren oder 400 g Tabak, 1 Liter Alkohol über 25 % und 2 Liter Alkohol unter 25 %, 1/4 l Parfüm und 1 l Eau de Toilette und Geschenkartikel bis zum Gegenwert von 10 tD. Im Zweifelsfall sollten mitgeführte Gegenstände (etwa eine besonders wertvolle Kameraausrüstung, Laptop etc.) im Pass registriert werden, um ihre Wiederausfuhr zu garantieren.
Strengstens verboten ist die Einfuhr von Rauschgift, Pornographie (bei der die Grenzen enger gezogen werden als in Deutschland), Gold (ausgenommen Schmuck zum persönlichen Gebrauch), Waffen (Ausnahme bei Jagdwaffen, für die besondere Bestimmungen gelten) sowie Sprechfunkgeräte jeder Art (auch CB-Funk). Ausfuhr
Die Ausfuhr von Antiquitäten bedarf einer staatlichen Genehmigung. Von allen anderen im Land gekauften höherwertigen Gegenständen sollte man sicherheitshalber die Rechnung und die Umtauschquittung der für den Kauf benötigten Barmittel aufbewahren, falls bei der Zollabfertigung hiernach gefragt wird.
Einkauf & Souvenirs - Teppiche
Das Angebot ist weit gefächert und stützt sich auf eine lange Handwerkstradition. Neben dem unvermeidlichen Touristenkitsch lassen sich daher auch sehr schöne, landestypische Andenken erwerben. Im Vordergrund stehen geknüpfte und gewebte Teppiche, die zumeist aus der Region des Sahel stammen. Eine Ausnahme bilden die dicken Nomadenteppiche mit ihren geometrischen Mustern; sie haben ihre Heimat in den Oasen des Djerid, werden aber auch auf Djerba gefertigt und angeboten. Detaillierte Auskünfte erteilen die Verkaufsstellen der ONAT (Organisation Nationale d’Artisanat Tunisien), die streng über die Einhaltung der Qualitätsnormen wachen und eine Liste mit Richtpreisen bereithalten. Wer direkt bei der ONAT kauft, geht kein Risiko ein (Festpreise), ist aber in der Auswahl beschränkt. Bei 30 % Anzahlung übernehmen die Teppichgeschäfte die Versendung per Nachnahme nach Europa, wo allerdings nochmals 25 % Zoll zu zahlen sind. Dazu muß die Kaufquittung vorgelegt werden.
Einkaufen & Souvenirs - Silberschmuck, Keramik & Mineralien
Sehr reichhaltig ist auch das Angebot an Silberschmuck im Berberstil, insbesondere Armreifen, Ketten, Broschen und Haarklammern; alte Stücke sind jedoch selten und nicht immer so alt, wie sie aussehen. Vielfältig ist auch die Keramik, die in Nabeul und in Guellala auf Djerba ihre Zentren hat, jedoch in allen Touristenorten vertrieben wird.
Im Gebiet des Chott el Djerid werden »Sandrosen« (Roses de sable) angeboten, zu bizarren kristallinen Strukturen geformte Gipsausblühungen, die aber sehr zerbrechlich sind. Im Gebiet des Phosphatabbaus lassen sich zudem schöne Mineralien und Versteinerungen erwerben. Aber auch hier muß man sich vor Fälschungen (Umfärben) in acht nehmen. Feilschen - »Kräftespiel«
Im arabischen Raum ist das Handeln wesentlicher Bestandteil eines jeden Kaufs. Sieht man einmal von Produkten mit fixierten Preisen ab (etwa Grundnahrungsmittel, Fahrkarten oder Briefmarken), unterliegt die Preisgestaltung allein dem »Kräftespiel« zwischen Käufer und Verkäufer, das nach ganz bestimmten Regeln wie ein Ritual abläuft.
Feilschen - Verkaufsgespräch
Die Tasse Tee, das Lob des Heimatlandes, ein kleines Kompliment, sie sind Teil der Klaviatur, auf der ein Verkäufer virtuos zu spielen weiß, vor allem dann, wenn ihm ein Tourist gegenübersitzt. Man sollte sich als Käufer klar darüber sein, daß die ausgesuchte, in unserem Geschäftsleben kaum anzutreffende Freundlichkeit des Verkäufers sehr geschickte Verkaufspsychologie ist und daher die Schmeicheleien nicht zu wörtlich nehmen. Ziel des Verkäufers ist es, unabhängig vom tatsächlichen Wert, einen maximalen Kaufpreis zu erzielen; Ziel des Käufers, die Schwelle zu erreichen, wo der Händler auf keinen Fall mehr am Verkauf interessiert ist. Das Verkaufsgespräch kann durchaus zu einer bühnenreifen Aufführung ausarten, angereichert mit Freundschaftsbekundungen, dem Willen, sich für den Fremden zu ruinieren und der fast tränenerstickten Klage über die hungrigen Münder zu Hause.
Feilschen - Handelsspielraum
Über den Handelsspielraum lassen sich kaum verbindliche Angaben machen. Grundsätzlich ist er in Touristengeschäften größer als in kleinen Läden, kann aber wegen der vielen Fremden, die stark überhöhte Preise zahlen, nur selten ausgeschöpft werden. Als grobe Richtlinie für einen reellen Preis können ein Drittel bis die Hälfte des ursprünglich geforderten Preises gelten. Beim Erwerb kostbarer Stücke sollte man keineswegs sofort kaufen, selbst wenn der Nachlaß großzügig erscheint und der Käufer noch so jammert. Tatsächlich steigt derjenige in seinem Ansehen, der wiederkommt und sich zwischendurch einen Marktüberblick verschafft. Beim nächsten Mal wird man wie ein alter Freund begrüßt und der Preis ist schon wieder ein Stück gesunken, weiß der Verkäufer nun doch genau, das er sich mit seiner Preisgestaltung in einem realistischen Rahmen bewegen muß, um das Geschäft nicht an seine Konkurrenten zu verlieren.
Feilschen - »Marktforschung«
Eine gute Gelegenheit zur Marktforschung bieten die staatlichen ONAT-Niederlassungen mit ihren reellen und fixen Preisen. Beim Feilschen sollte man nie den Anfangspreis nennen, wie es Verkäufer von Touristen gern verlangen, kann man sich damit doch leicht den Weg zum weiteren Handeln verbauen, denn der einmal genannte Preis kann nicht mehr nach unten korrigiert werden. Es ist auch nicht ratsam, zu großes Interesse an einem bestimmten Stück zu bekunden, da dies den Preis ungünstig beeinflußt.
Trotz allem wird es kaum ausbleiben, daß der Tourist hier und da übervorteilt wird. Das Wort Betrug ist hierfür nicht ganz zutreffend, da es ja dem Geschick des Käufers überlassen ist, den richtigen Preis herauszufinden. Um sich später nicht zu ärgern, sollte man sich angewöhnen, den Wert als Maßstab zugrundezulegen, den das Produkt für einen selbst verkörpert. Fotografieren
Beim Fotografieren von Menschen sollte man sich immer vor Augen führen, daß man in einem islamischen Land zu Gast ist, wo das Abbild des Menschen traditionsgemäß mit einem Tabu belegt ist. Insbesondere gilt dies für die Aufnahme von Frauen. Nach Möglichkeit sollte man bei der Ablichtung von Menschen vorher um Erlaubnis bitten und notfalls auch einmal auf ein Foto verzichten können. Bei Folkloreveranstaltungen und auf viel besuchten Märkten ist das Fotografieren hingegen meist problemlos möglich. Zum Fotografieren in Museen muß man vor Ort ein gesondertes Ticket lösen, darf aber auch dann nur ohne Blitz und Stativ fotografieren.
Fremdenführer
Die Vielzahl der Touristen bringt es mit sich, daß das Fremdenführergewerbe unter allen Berufen des Landes die wohl größte Zuwachsrate aufweist. Die Qualitätsunterschiede sind allerdings gewaltig. Da das Gelingen einer organisierten Rundfahrt ganz wesentlich vom Fremdenführer abhängt, sollte man vor Buchung einer derartigen Fahrt andere Hotelgäste nach ihren Erfahrungen befragen. Selbst unter den Profis gibt es nämlich genug Führer, die ihre Hauptaufgabe darin sehen, die Touristen in Souvenirläden zu schleppen, um ihre Kommission zu kassieren. Aber es gibt auch viele, die es verstehen, der Fahrt Leben einzuhauchen und den Reisenden durch die Fülle interessanter Details das Land nahezubringen und so den Ausflug zu einem unvergeßlichen Erlebnis machen.
Staatliche Fremdenführer und »Amateure«
An größeren Sehenswürdigkeiten bieten sich häufig staatliche Fremdenführer an, die sich durch einen entsprechenden Ausweis legitimieren können. Ihr Wissen ist in der Regel außerordentlich detailliert, Probleme gibt es allerdings zuweilen mit der Sprache, zumal nur wenige Deutsch sprechen. Wer Französisch beherrscht, hat eine größere Auswahl. Neben diesen professionellen Führern tummelt sich ein ganzes Heer von »Amateuren«, meist Kinder und Jugendliche, die sich mit allerlei Tricks um den Reisenden bemühen. Man sollte sich auf keinen Fall auf das Angebot eines unentgeltlichen Freundschaftsdienstes einlassen, der Weg endet unausweichlich in einem Souvenirladen, für den der »Führer« als Schlepper arbeitet. Auch bei Kindern, die sich z. B. als Führer durch die Bergdörfer im Dahar anbieten, handle man den Preis vorher aus, um später vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein.
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Tunesien im Dienstleistungsbereich üblich. Insbesondere erwarten Fremdenführer, Kellner besserer Restaurants und Zimmerpersonal eine zusätzliche Entlohnung, die für sie eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Aber auch kleine Gefälligkeiten sollte man honorieren. Bei Taxifahrten runde man den auf dem Taxameter angezeigten Betrag auf, es sei denn, man hat vorher einen festen Preis ausgehandelt. Bei ganztägigen Ausflugsfahrten hingegen wird ein zusätzliches Trinkgeld erwartet, und es versteht sich von selbst, daß man den Fahrer anläßlich der Pausen ebenfalls zum Essen einlädt. Im Gepäck haben sollte man kleine Geschenke wie Kugelschreiber, Solarrechner, gute Seife und für die Männer eventuell amerikanische Zigaretten.
Verhaltensregeln - Tradition & Privatsphäre
Der Reisende sollte sich immer wieder vor Augen führen, daß er sich als Gast in einem islamischen Land befindet, das hinsichtlich seiner Gewohnheiten, vor allem aber bezüglich der Sitten erheblich von Westeuropa abweicht. Leider ist zu beobachten, daß viele Touristen, sei es aus Unwissenheit, sei es aus Gleichgültigkeit, diese islamischen Traditionen missachten und sich dann noch über die Zurückhaltung oder Aufdringlichkeit der Einheimischen beschweren. Daß die Moscheen für Fremde geschlossen wurden, ist allein diesem Fehlverhalten zuzuschreiben. Es sei auf dezente Kleidung außerhalb der Hotelanlagen hingewiesen.
Es ist streng darauf zu achten, die Privatsphäre der Wohnhäuser nicht zu verletzen. Selbstverständlich bedarf auch das Betreten des Gartens, der auf Djerba nur durch einen Erdwall markiert wird, der ausdrücklichen Genehmigung des Besitzers. Verhaltensregeln - Religion & Alkohol
Besondere Zurückhaltung sollte sich der Tourist während des Fastenmonats Ramadan auferlegen, wenn die Atmosphäre ohnehin recht angespannt ist. Selbst das Essen und Trinken in der Öffentlichkeit sollte man dann tagsüber unterlassen.
Darüber hinaus sollte man sich den Genuß von Alkohol grundsätzlich nur dort gönnen, wo er serviert wird und keinesfalls einen Tunesier zu einem alkoholischen Getränk verleiten. Trunkenheit in der Öffentlichkeit ist immer noch streng verpönt. Geld
Währung: 1 Tunesischer Dinar (tD) = 1.000 Millimes.
Banknoten: 5, 10, 20, 30 tD. Münzen: 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500 Millimes, 1 tD. Banken: in jedem größeren Ort (Juli-Sept. Mo-Fr 8-11 Uhr, Okt.-Juni Mo-Fr 8-11, 14-16 Uhr). Kreditkarten: MasterCard, Visa, American Express und Diners Club. Die gängigen Karten werden auch von den Hotels und Geschäften in den Touristenzentren akzeptiert, nicht jedoch auf dem Land. Notruf
Notruf: Tel. 28 22 11.
Polizei: Tel. 197. Feuerwehr: Tel. 198. Pannenhilfe: Nur an der Autobahn gibt es Notrufsäulen. Öffnungszeiten
Geschäfte: 8/9-12 Uhr, 14-18 Uhr (16-19 Uhr im Sommer), Fr nachmittags und So geschl. Läden in den Souks und Touristengeschäften haben oft bis 20 oder 21 Uhr geöffnet (auch So), die Shops in den Hotels teilweise bis 22 Uhr.
Apotheken: Mo-Fr 9-13 Uhr, 15-19 Uhr, Sa 9-13 Uhr. Banken: Juli-Sept. Mo-Fr 8-11 Uhr, Okt.-Juni 8-11, 14-16 Uhr. Museen: April-Sept. 9-12, 15-18.30 Uhr, Okt.-März 9-12, 14-17.30 Uhr, Mo und Feiertage geschl. Post: Mo-Fr 8-12, 15-18 Uhr, Sa 8-12 Uhr; Juli-Sept. Mo-Fr 8-13 Uhr; Ramadan 8-15 Uhr. Büros und Behörden: Mo-Do 9-13 Uhr, 15-18 Uhr, Sa 7-13 Uhr. Fremdenverkehrsämter: Mo-Freitag 9-12 Uhr, 15-17 Uhr. Im Ramadan wird allgemein früher geschlossen, meist am frühen Nachmittag. Telefonieren
Generell: Ortsgespräche und Verbindungen mit anderen Städten Tunesiens können zu einer Geduldsprobe werden und aufgrund der schlechten Übertragungsqualität manche Verständigungsprobleme aufwerfen. Wer etwa ein Hotel reservieren oder eine Auskunft einholen will, sollte die Rezeption seiner derzeitigen Unterkunft um Hilfe bitten.
Tarife: Fast in jeder Ortschaft gibt es private Telefonbüros (Taxiphone), die bis spät in den Abend geöffnet sind und auch die zum Telefonieren benötigten Münzen wechseln. Wer sich vom Hotel aus ein Gespräch ins Ausland vermitteln lassen will, muß mit zusätzlichen Kosten rechnen. Vorwahl für Tunesien: +216. Auslandsgespräche: 00 + Ländercode + Ortskennziffer (ohne 0) + Teilnehmernummer (Ländercodes: D 49, A 43, CH 41). Auskunft: Tel. 118 (national); 113 (international). Mobiltelefone: Verbindungen mit dem Handy (D2-Netz) funktionieren nur entlang der Küste, insbesondere in Tunis, einigermaßen zuverlässig. Diplomatische Vertretungen: Deutsche Botschaft
1, Rue el Hamra, Mutuelleville
TN - 1002 Tunis (Belvédère) Tel. +216 (0)71 / 78 64 55 Fax +216 (0)71 / 78 82 42 Diplomatische Vertretungen: Österreichische Botschaft
16, rue Ibn Hamdis, El Menzah
TN - 1004 Tunis Tel. +216 (0)71 / 76 73 85 Fax +216 (0)71 / 76 78 24 E-Mail: tunis-ob@bmaa.gv.at Diplomatische Vertretungen: Schweizer Botschaft
Immeuble Stramica
Lot 11.02.02.A/UD TN - 1053 Les Berges du Lac Tel. +216 (0)71 / 96 29 97 Fax +216 (0)71 / 96 57 96 E-Mail: vertretung@tun.rep.admin.ch |
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Bilder und schwarz dargestellte Texte sind aus dem DuMont Reiseverlag.